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Chiuso
per febbraio 10, 2017 Meinung

Diese Typen fehlen mir heutzutage im Fußball

Ich wünschte, ich könnte ein Praktikum in der Kommunikationsabteilung eines Fußball Vereins aus der ersten Liga machen. Ja klar, ich habe Kommunikationswissenschaften studiert und bin von Haus aus, sehr an diesem Thema interessiert. Auf der anderen Seite interessiert mich viel mehr, wie die Spieler auf die Fragen der Medienvertreter vorbereitet werden.

Legendäres Interview mit Walter Frosch

Kann es sein, dass sie sofort, nachdem sie das Spielfeld verlassen haben von einem Mitarbeiter des Vereins gebriefed werden? Ich kann es mir sehr gut vorstellen, denn der Spieler ist in diesem Moment noch voller Emotionen und vielleicht ist er auch wütend, da ist es besser, wenn man dem Spieler ein paar Richtlinien mitgibt, wie er sich bei der einen oder anderen Frage verhalten sollte.

Ich kann mich noch an echte Spieler Typen erinnern, zum Beispiel Walter Frosch, der mit krächzender Stimme erzählte, dass er eine Schachtel Zigaretten in den Stutzen dabei hat, die er so schnell mit mehr aus der Kleidung holen konnte. Leider ist Frosch schon ein paar Jahre tot, auch Michael Tönnies gehört in die Kategorie der Lebe – Männer und ist leider ebenfalls tot. Er war für mehrere Jahre einer der besten Fußballer im Ruhrgebiet und hat sich dann am Ende wohl selbst kaputt gemacht mit seinem ungesunden Lebensstil.

Diese beiden Beispiele sind keine Beispiele aus der Kategorie „Sportler Idol“ gewesen, aber für mich verkörpern Frosch und Tönnies eine Art Spieler, die es heutzutage nur noch selten gibt. Sie sind eben echte Typen und haben sich keinen Maulkorb vom Verein aufzwängen lassen. Sie sagen frei heraus, was in ihrem Kopf vorgeht und unterhielten so die Massen, wohl seltener ihre Vorgesetzten.

Ecken und Kanten gibt es höchstens noch am Tor

Heutzutage gibt es wohl keine dieser Fußballer mehr, was irgendwo auch logisch ist, denn bei den Clubs handelt es sich in erster Linie um Unternehmen, die auf ihre Außendarstellung achten müssen und deshalb auf Angestellte (Spieler) mit Ecken und Kanten verzichten und stattdessen eher den „Weichspül Profi“ in ihren Reihen sehen wollen.

Eine der letzten Profis, die etwas über die Stränge geschlagen haben sind für mich Jürgen Klinsmann und Trapattoni. Ja ich weiß. Letzterer war kein Spieler, sondern ein Trainer, allerdings hat er damals mit seiner Wutrede echte Ecken und Kanten gezeigt, was heutzutage kaum mehr ein Trainer macht. Selbst, wenn es zu einer brisanten Äußerung des Trainers kommt, kann man schon fast Geld draufsetzen, dass einer seiner Vorgesetzten die Aussage relativieren wird. Kurz um: Im Fußball geht es sehr viel um die Außendarstellung der Vereine, unbequeme Spieler haben dort nur noch selten Platz und außerdem werden auch die Trainer immer weiter in ein Korsett gezwungen, das dabei helfen soll, dass unbequeme Aussagen erst gar nicht mehr stattfinden.

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